Inbas Umfrage Sozialforschung Kooperation Haupt- und Ehrenamt

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Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen
in Pflege, Sport und Kultur
Studie1 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend durchgeführt von INBAS-Sozialforschung, Frankfurt am Main
Kurzdarstellung
Stand: 29. Juli 2013
1. Hintergrund und Zielsetzung
Das bürgerschaftliche Engagement gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an
Bedeutung. Die Mitwirkung von Freiwilligen und Ehrenamtlichen im Gemeinwesen
nimmt zu, die Zahl der Engagierten erhöht sich. Trotz dieser erfreulichen Tendenz
kann festgestellt werden, dass es gesellschaftlich sinnvolle und wichtige Einsatzfelder
für noch mehr Freiwillige und Ehrenamtliche gibt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig,
Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Bedingungen so zu gestalten, dass bürgerschaftliches
Engagement sich frei entfalten kann.
Dies betrifft in hohem Maße auch die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen.
Viele Institutionen, in denen vorwiegend hauptamtlich Beschäftigte arbeiten,
sind jedoch auf eine Ausweitung freiwilligen Engagements nicht hinreichend vorbereitet.
Auf der anderen Seite hat eine zunehmende Zahl von Vereinen und anderen ehrenamtlich
geführten Organisationen Probleme, genug Ehrenamtliche für die Erfüllung
ihrer Aufgaben zu finden und wählt den Weg in die Verberuflichung – nicht selten, ohne
ausreichend zu berücksichtigen, wie sich dies auf die Motivation zu ehrenamtlicher Arbeit
auswirkt. Beide Probleme führen häufig zu Kooperationsproblemen zwischen
Haupt- und Ehrenamtlichen bis hin zu Abbrüchen ehrenamtlicher Tätigkeit.
Dies gilt für (noch) gering qualifizierte Ehrenamtliche, die in ihrem freiwilligen Engagement
zusätzliche berufsrelevante Kompetenzen erwerben wollen, ebenso wie für höher
qualifizierte Ehrenamtliche, die ihre im Beruf erworbenen Kompetenzen in ihr freiwilliges
Engagement einbringen wollen.
1 Laufzeit Juni 2012 bis Dezember 2014
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Es liegt im gesamtgesellschaftlichen Interesse, die vorhandenen Konfliktpotentiale zu
reduzieren, unbürokratische Modelle guter Praxis für Regelungen der Kooperation zwischen
Haupt- und Ehrenamtlichen zu identifizieren und weiter zu verbreiten oder diese
neu zu konzipieren und in den Vereinen und Einrichtungen zu etablieren.
Damit die hohe Motivation der Aktiven erhalten bleibt und das Potential für freiwilliges
Engagement sich voll entfalten kann, sollte eine konstruktive Kooperation von Hauptund
Ehrenamtlichen durchgehend gewährleistet sein.
Die Studie wird sich beispielhaft auf eine Auswahl von Organisationstypen in den Bereichen
Pflege (stationäre Pflegeeinrichtungen), Kultur (Bibliotheken und Museen) und
Sport (Turnvereine) konzentrieren und Handlungsbedarfe in diesen Bereichen identifizieren.
Dies erfolgt im Rahmen einer empirischen Bestandsaufnahme, deren Befunde
dargestellt, analysiert und bewertet werden. Dabei wird auf praktisch nutzbare Problemlösungsansätze
fokussiert.
2. Leitfragen
· Welches Selbstverständnis und welche Erwartungen haben die Beteiligten?
· Welche Modelle und Vereinbarungen zur Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen
werden praktiziert? Welche Rolle spielen dabei spezifische Leitbilder zum
bürgerschaftlichen Engagement in den verschiedenen Organisationen?
· Welche Rolle spielen vertragliche und rechtliche Vorgaben bzw. welche Rolle sollten
sie spielen?
· Wo hat sich „Gewohnheitsrecht“ verfestigt und bislang als resistent gegen veränderte
Rahmenbedingungen erwiesen?
· Wie unterscheiden sich die Modelle und Vereinbarungen in unterschiedlichen Bereichen
und Organisationstypen und unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen?
· Welche Bedeutung haben Anerkennung, Mitbestimmung und Qualifizierung?
· Welche Rolle spielen Aufwandsentschädigungen und Gratifikationen?
· Welche Erfahrungen machen Haupt- und Ehrenamtliche mit Kooperationsmodellen:
Was funktioniert gut, wo liegen Probleme, wo wünschen sie sich Änderungen?
· In welchen Bereichen und Organisationstypen gibt es Kommunikationsdefizite, Verständigungsdefizite,
Probleme und Konflikte?
· Welche Modelle und Vereinbarungen können nach welchen Kriterien als Vorbilder
guter Praxis gelten?
· Welche Rolle spielen Moderationen und Verfahren der Gruppendiskussion bis hin
zur Mediation als Methode der Konfliktbearbeitung bei der Lösung von Problemen in
der Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen? Welchen Beitrag könnten
solche Verfahren dort leisten, wo sie noch nicht eingesetzt wird?
· Wie könnten neue Partnerschaftsmodelle für eine optimierte Kooperation zwischen
Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur aussehen?
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3. Zentrale Elemente
Im Rahmen der Untersuchung wird eine umfassende empirische Bestandsaufnahme
zu den oben umrissenen Leitfragen erstellt, die sich folgender Verfahren bedient:
· Internetrecherche
· Literatur- und Dokumentenanalyse
· Sekundäranalyse relevanter sozialwissenschaftlicher Datensätze
· Leitfadenstrukturierte Interviews mit Praktikerinnen und Praktikern
· Repräsentativerhebung unter ehrenamtlichen Funktionsträgerinnen und – trägern,
die sich in den drei Bereichen engagieren
· Repräsentativerhebung unter Hauptamtlichen, die mit den vorgenannten Ehrenamtlichen
kooperieren oder kooperieren sollten
Dabei ist die repräsentative Befragung von Haupt- und Ehrenamtlichen das zentrale
Erhebungsinstrument, aber auch die anderen empirischen Stränge werden wichtige
und eigenständige Beiträge zu den Ergebnissen leisten.
4. Produkte
Die zentralen Produkte der Studie werden praxisorientierte und nutzerfreundlich strukturierte
Handlungsleitfäden sein, die konkrete Empfehlungen für die Optimierung der
Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur enthalten.
Darüber hinaus wird ein wissenschaftlicher Bericht über Verlauf und Ergebnisse
der Arbeiten erstellt.
5. Beirat
Die Studie wird von einem Projektbeirat begleitet, dem Expertinnen und Experten aus
folgenden Bereichen angehören: Forschung, Freiwilligenengagement und Wohlfahrtsverbände,
Schwerpunktfelder Pflege, Sport und Kultur sowie Gebietskörperschaften.
Der Beirat hat die Aufgabe, das Projekt im Rahmen von drei bis vier ganztätigen
Beiratssitzungen zusammen mit dem Auftragnehmer und dem Auftraggeber inhaltlich
sowie methodisch kritisch – konstruktiv zu begleiten.

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Bibliothekartag 2014 – Eindrücke aus Vertragsbibliothekssicht

Auf dem Bibliothekartag 2014 hat Gerald Schleiwies, Salzgitter, zum qualifizierten Ehrenamt einen Vortrag gehalten. http://prezi.com/n7qn8frva2o7/das-qualifizierte-ehrenamt-gerald-schleiwies/ Leider wenig zum Thema „Qualifizierung“ gesagt, aber immerhin betont er die ambivalente Haltung unseres Berufsstandes und des Bibliotheksverbandes im Laufe der Jahre zu dem Thema. Wobei sich der Bibliotheksverband dazu in den letzten Jahren bereits sehr differenziert geäußert hat.

Auf dem Bibliothekartag sind rund die Hälfte aller ÖBs, nämlich die ehren- und nebenamtlich geleiteten, außen vor. Sie sind offiziell durch die Fachstellen repräsentiert und nur in Ausnahmen dort Teilnehmer. Aber längst nicht alle Fachstellen, vor allem die kirchlichen, sind dort vertreten. Gründe liegen vielfach in den knappen Ressourcen (Personal und Finanzen).

Damit aber auch die kleinen Bibliotheken von den vorgestellten Trends oder best-practice Beispielen profitieren können, sollte sich was ändern: Beispielsweise über gestaffelte Mitgliedschaftsmodelle in den Verbänden sowie grundsätzlich ein aufeinander Zugehen und voneinander lernen. Denn selbst ehrenamtliche Projekte sind mitunter best-practice-würdig!

Wie meinte M. Motzko auf der Podiumsdiskussion zur Zukunft der Bibliotheken sinngemäß: Warum sind die kirchl. Bibliotheken so erfolgreich? Es ist die Vielfalt an unterschiedlichen Talenten und Qualifikationen. Danke Herr Motzko!

Einige BIX-Teilnehmer  – kommunal und kirchlich getragen- äußerten Unverständnis über die BIX-Berechnungsgrundlage, die bei Ehrenamt zu Abschlägen im Indikator Wirtschaftlichkeit führt.

Off-Topic: Allgemein für alle Vorträge gilt: Ein Casting – vielleicht sogar ein Voting der Mitglieder – der eingereichten Vorträge, z.B. durch eingereichte Videos, könnte zu mehr Vortragszufriedenheit und professionelleres Präsentieren führen. .

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Gelungenes Pfalzner Modell „Hauptamt mit Ehrenamt“

Die Fachzeitschrift für Südtiroler Bibliotheken veröffentlicht in Heft 3/2013 von „zum lesen“ S. 22 f. einen Bericht über die Überführung einer kirchlichen ehrenamtlichen Bibliothek in eine Gemeindebibliothek mit Hauptamt. Hintergrund: Leitungsaufgaben sehr umfassend. Die Ausleihe wird aber wie bisher von Ehrenamtlichen erledigt. Hier hat wieder das Ehrenamt den Weg für das Hauptamt geebnet. Kopie liegt bei mir vor und kann bei Bedarf angefordert werden.

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Lesenswert, aber ohne Ehrenamt

http://www.degruyter.com/view/product/204154
Der Titel ist lesenswert und für Leitungsteams nützlich, aber behandelt rein hauptamtliche Personalstrukturen, ohne hybride Teams oder rein ehrenamtliche.

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Kennzeichen, Leistung und Perspektiven von kirchlich-öffentlichen Vertragsbibliotheken mit Hauptamt

http://bit.ly/175SsPj

Vertragsbibliotheken gibt es vor allem in kleineren Städten und Orten in Westdeutschland. Eine erste Zusammenstellung mit Vertragsbeispielen, Analysen und die Frage der Zukunftsfähigkeit stellt diese Überarbeitung einer Masterarbeit von 2012 dar.

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Grünes Licht für gemeinsame E-Book Verbünde KÖB – Kommunale ÖB

28.12.2012: Laut Einschätzung des Sekretariates des Deutschen Bischofskonferenz können KÖBs gemeinsame Verbünde nutzen. Ein entsprechendes Schreiben liegt in der Abteilung Recht und Revision des Bistums Osnabrück.

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