#wirbibliotheken

#wirbibliotheken

Hier ein paar Gedanken, zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.  Ich danke der #muenchnerstadtbibliothek für diesen Anstoß. Zu meiner Person: Meine Perspektive ist die einer Mitarbeiterin einer kleinen Großstadtbibliothek, die an der #twittothek mitwirkt. Dies ist ein privater Blog.

Die Coronakrise fällt zeitlich mit den Bestrebungen, NRW-Bibliotheken sonntags zu öffnen, zusammen. Vereinzelt ist es schon vorher realisiert worden, andere planen noch. Der viel beschworene dritte Ort wird doch sehr auf den Ausleihort reduziert. Schade.

Viele Blog-Beiträge, Facebookgruppen und Chats ( #BibchatDE) beschäftigen sich bereits damit, welche Auswirkungen und Chancen die Corona Zeit den Öffentlichen Bibliotheken beschert. Vor allem größere Bibliotheken beschreiten bereits neue digitale Wege:  Onleihe-Freischaltungen für Schnuppermitgliedschaften, annotierte Linklisten, digitale Vorlesestunden für Kinder und Erwachsene, Buchvorstellungen, Literaturbühne usw.

Anderes geschieht auf konventionelle Art und Weise: Liefer- und Bestellservices für hausgebundene Menschen, telefonische Auskunftsdienste oder wie in Osnabrück oder Arnsberg per Telefonkonferenz „die literarische Mittagspause“. Andernorts werden in Makerspaces Schutzschilde gedruckt oder Masken genäht. Prävention und Bürgerservice at his best.

Gesundheitsschutz

Der schnelle Ausbau von Hygienestandards (Desinfektionsmittel, Spuckschutz) ist für uns alle sinnvoll und ich freu mich darüber sehr. Er widerstrebt zwar dem Wunsch der Bibliotheken nach Offenheit und Bürgernähe und  versprüht den Charme von Schalterhallen oder Arztpraxen, ist aber notwendig. Masken zu tragen ist sicher lästig, aber ich kann mir vorstellen, dass nach der Pandemie bei Grippewellen  es viel selbstverständlicher wird, sie zu tragen.  Die Innenarchitekten dürfen sich gerne künftig schönere Designs für Desinfektionsmittelspender einfallen lassen 😉

Überlegungen Dialog in Deutsch © digital  / Ehrenamtsprojekt

Als Lizenznehmer von „Dialog in Deutsch“ © – im weiteren DiD genannt – werden wir mit unseren ehrenamtlichen Moderator*innen die Möglichkeiten von DiD digital erörtern.  – Wir nehmen wahr, dass sich Ehrenamtliche auch in diesen Zeiten weiter engagieren möchten. Ihr Einsatz ist weggefallen und viele Betätigungsfelder (außer Nachbarschaftshilfen und das Nähen von Mund-Nasenschutz-Masken) sind nicht möglich. Daher wäre dies eine Win-Win-Situation. Voraussetzung ist , dass  die (freiwilligen) Ehrenamtlichen geschult werden und es eine Nachfrage gibt. Die Erfahrungen der Bücherhallen Hamburg lassen vermuten, dass dies auch in unserer Stadt zustande kommen könnte.

Virtuelle Facharbeitssprechstunden fest in Planung:

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Facharbeitssaison und sicher unter Eindruck von Corona entwickelt das Facharbeits-Team etwas Experimentierfreude: Künftig werden wir  Facharbeitssprechstunden für Oberstufenschüler (bisher online über die Software „simplybookme“ buchbar) virtuell anbieten und prüfen, wie live-Workshops für Kurse aussehen könnten. Dies kommt zwar erst im Herbst zum Zuge, ist aber bereits in der festen Planung.

Virtuelle Lernnächte analog der virtuellen Silent-Reading-Party?

Vielerorts hätten im Frühjahr Lernnächte vor dem Abitur stattfinden sollen. Angeregt durch die „virtuelle Silent Reading Party“ in der Stadtbibliothek Osnabrück, frage ich mich auch, ob es nicht die Möglichkeit, einer virtuellen Lernnacht gäbe? Erstmal nur eine Idee, aber ich könnte mir vorstellen, dass an einem festen Termin, moderiert  und ggf. auf ein Unterrichtsfach bezogen, angeboten werde könnte. Vielleicht sogar mit mehreren Bibliotheken gemeinsam?

 

Medien für Schülerreferate:

Nach der Wiedereröffnung in der letzten Woche haben wir beobachtet, dass im Homeschooling Themen für Referate an die Schüler verteilt werden. Da derzeit nur ein eingeschränkter Auskunftsdienst möglich ist, könnte ich mir vorstellen, dass wir auf Anfrage Medien zusammenstellen oder und auf freie Online-Ressourcen oder zeitlich befristete gratis Verlagsangebote hinweisen . Dies wäre ein geeigneter Service für die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe, vielleicht aúch deren Lehrpersonal oder Eltern. Ein virtuelles Referatecoaching wäre ebenfalls denkbar.  #askanlibrarian

Floor-Walking:

Nach der Wiedereröffnung gehen unsere Bibliothekare während der Öffnungszeiten durch die Stadtbibliothek. Auch wenn wir offiziell keine Auskunft im bisherigen Maße geben, werden wir oft kurz etwas gefragt. Diese Floor-Walker Funktion ist neu und vielleicht ergibt sich daraus auf Dauer eine andere Organisation des Auskunftsdienstes. Nicht als Ersatz für bestehene Auskunftsplätze, aber als Ergänzung.

Thementische mit Medien und App-Empfehlungen:

Nach der Wiedereröffnung hat die Stadtbibliothek Thementische zu

  • Naherholung,
  • Kreatives Gestalten
  • Kurzarbeit
  • Homeoffice
  • Selbstversorgung
  • DVDs zu Live-Konzerten (im Gegensatz zu Wohnzimmerkonzerten auf youtube)
  • Museums-DVDs
  • Reiseerlebnisse

zusammengestellt. Ergänzt mit Flyern zu Wander- und Radeltipps aus der Region und Lieblings-Apps des Kollegiums. Dies Angebot wird gut angenommen.

Eine Nachfrage besteht vermutlich auch nach Dystopien. Hier kann ich mir tolle Medienausstellungen und auch gemeinsame Kunstausstellungen mit Schulen vorstellen.

Kennzahlen anpassen: Die Nutzung eines Mediums ist fürs Bestandsmanagement ein wichtiger Indikator. Aber wir werden das Jahr 2020 und ggf. darüber hinaus den Corona Faktor einkalkulieren. Ebenfalls bei den Besucherzahlen.  Und sind unsere neuen Services nicht vielleicht auch Veranstaltungen? Da bleibt für die DBS Expertengruppe noch einiges zu tun.

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Eine Antwort zu “#wirbibliotheken

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